www.bv-osteopathie.de/de-wir_ueber_uns-positionen-wpo_osteo.html - 25.04.14 04:23






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Das osteopathische Zitat

„Die Worte eines Osteopathen werden nicht akzeptiert, solange er nicht beweist, was er behauptet.“
A. T. Still. Forschung und Praxis. Aus: Das große Still-Kompendium. Pähl: Jolandos; 2005: IV-18

WPO-Osteo


Seit November 2008 wird in Hessen als einzigem deutschen Bundesland die osteopathische Fortbildung staatlich geregelt. Die Weiterbildungs- und Prüfungsordnung Osteopathie (WPO Osteo) gilt ausschließlich für Physiotherapeuten, med. Bademeister, Masseure und Heilpraktiker. Diese dürfen sich gemäß den Richtlinien der WPO an staatlich anerkannten osteopathischen Fortbildungseinrichtungen fortbilden lassen und bei erfolgreichem Abschluss den staatlich geschützten Titel „Osteopath“ tragen. Seit April 2010 ist das unberechtigte Führen des Titels Osteopath in Hessen sogar unter Strafe gestellt: Wer sich zu Unrecht Osteopath nennt, kann mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro belegt werden. Das betrifft alle in Hessen osteopathisch tätigen Therapeuten und Ärzte, die nicht die WPO Osteo bzw. die darin geregelte Gleichwertigkeitsüberprüfung erfolgreich durchlaufen haben. Selbst osteopathische Marken wie z.B. Osteopath-BAO, Osteopath D.O. oder Osteopath M.R.O. dürfen „aufgrund der Ähnlichkeit der Bezeichnung“ ohne staatliche Anerkennung durch WPO Osteo nicht mehr geführt werden.

Dass die WPO Osteo ausschließlich in Hessen besteht, ist kein Zufall, denn hier hat der VOD seinen Sitz, der die WPO Osteo maßgeblich vorangetrieben hat. Nach gegenwärtiger Kenntnislage haben alle anderen Bundesländer kein Interesse daran die WPO Osteo bei sich zu implementieren. Dies bestätigte das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit BVO-Vorstand Jürgen Grobmüller mündlich bei einem Treffen. 

Obwohl diverse osteopathische Institutionen in Hinblick auf die WPO Osteo immer wieder von einer staatlich geregelten osteopathischen Ausbildung sprechen, muss klargestellt werden, dass die WPO Osteo keine Ausbildung zu einem neuen Beruf regelt, sondern „nur“ die osteopathische Weiterbildung für die oben genannten Berufe. Deshalb gestattet die WPO Osteo auch kein eigenständiges osteopathisches Arbeiten, wie das hessische Sozialministerium in 2009 auf Nachfrage klargestellt hat: „Physiotherapeuten, Masseure und med. Bademeister „dürfen [...] nach wie vor nur im Delegationsverfahren, also auf Anweisung eines Arztes bzw. Heilpraktikers osteopathisch behandeln.“ 

Was bringt also die WPO Osteo?

Für Patienten schafft die WPO Osteo ein hohes Maß an Qualitätssicherung: Die bis dato privat geregelte Fortbildung unterliegt nun staatlicher Kontrolle und Prüfung, der Begriff Osteopath ist in Hessen nunmehr staatlich geschützt. 

Anders sieht es für den anvisierten eigenständigen Beruf des Osteopathen aus:

Hier ist zu befürchten, dass die WPO Osteo diesem Ziel zuwiderläuft und eine bundeseinheitliche Regelung unnötig erschwert. Denn für den Osteopathen, der im Primärkontakt selbstständig und eigenverantwortlich diagnostiziert und behandelt, ohne auf die Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers angewiesen zu sein, ist die WPO Osteo nicht angelegt. Vielmehr besteht die Gefahr, dass die hessische Verordnung den Osteopathen auf einen Heilhilfsberuf reduziert, indem sie die Tätigkeit im Delegationsverfahren festlegt und den Begriff Osteopath vereinnahmt (s.o.).

Wie sehr eine künftige Berufsanerkennung durch die WPO Osteo erschwert wird, zeigt auch eine mündlich vorgetragene Einschätzung des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit. Hier stuft man derzeit eine Ausbildung zum Osteopathen als bloße Fortbildung für Physiotherapeuten ein und begründet das mit der WPO Osteo, die der in Hessen ansässige Verband durchgesetzt hatte.

Dies wäre nicht im Sinne osteopathisch arbeitender Therapeuten, deren Weiterbildung sie auf eine umfassende Versorgung des Patienten vorbereitet und ebenso therapeutische als auch diagnostische Verfahren beinhaltet. 

Der BVO (vormals DROM) hatte daher in einer Pressemitteilung in 2009 die WPO als Sackgasse bezeichnet: „Damit kann der Osteopath in Hessen kein eigenständiger Heilberuf mehr werden.“





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