www.bv-osteopathie.de/de-home-news.html - 30.09.16 00:03






BVO News


News vom 12.09.13

Es gibt nur eine Osteopathie. Wenn nichtosteopathische Gesellschaften irren


Seit Inkrafttreten der „Verordnung einer Weiterbildungs- und Prüfungsordnung im Bereich der Osteopathie“, kurz WPO-Osteo, im November 2008 warnt der Bundesverband Osteopathie, BVO, davor, dass diese Verordnung dazu beitragen kann, einen eigenständigen osteopathischen Beruf mit Primärkontakt zu den Patienten zu verhindern. Denn nach der WPO-Osteo in Hessen ausgebildete Physiotherapeuten dürfen sich zwar staatlich anerkannte Osteopathen nennen, ihnen ist aber der Primärkontakt zu Patienten untersagt.

Die kürzlich erhobenen Forderungen des Bundesverbandes selbstständiger Physiotherapeuten, IFK, und der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin, DGMM, zeigen nun wie konkret die Warnungen des BVOgeworden sind.

Denn beide nichtosteopathischen Gesellschaften sehen in der WPO-Osteo einen „ersten Schritt“ hin zu einer standardisierten, qualifizierten Weiterbildung in Osteopathie für Physiotherapeuten, die auch zur „Aufnahme der Osteopathie in den Leistungsbereich der gesetzlichen Krankenversicherung mit einer entsprechenden Leistungsbeschreibung“ führen soll. 

Es gibt gute Gründe, die gegen solche Forderungen sprechen:
Die Osteopathie als eine eigenständige Form der Heilkunde kann nur dann ihr ganzes Potential zum Wohle des Patienten entfalten, wenn sie auch zur Diagnose eingesetzt wird. Die osteopathische Behandlung ohne Primärkontakt zum Patienten, also ohne eigenständige osteopathische Diagnose, ist nur eine Anwendung einzelner Techniken auf eine Verordnung hin und beinhaltet dann nicht die für die Osteopathie so charakteristische Suche nach Gesundheit im Patienten.

Auch die von IFK und DGMM hierzu zitierte Weltgesundheitsorganisation WHO macht in ihren „Benchmarks for Training in Osteopathy“ unmissverständlich klar, dass Osteopathie eine eigenständige Medizinform ist, die sowohl Diagnose als auch Behandlung umfasst und sich von anderen Gesundheitsberufen abgrenzen lässt, in denen ebenfalls manuelle Techniken zur Anwendung kommen (siehe Benchmarks for Training in Osteopathy, Kapitel 1.1  Philosophy and characteristics of Osteopathy ,S. 3).

Insofern ist die Ansicht der DGMM, osteopathische Verfahren seinen Bestandteil der Manuellen Medizin, schlichtweg falsch: es gibt keine osteopathischen Verfahren, sondern nur eine eigenständige Osteopathie.

Osteopathie lässt sich deshalb auch nicht in den Leistungsbereich der gesetzlichen Krankenkassen aufnehmen und in einzelne Leistungen auseinanderdividieren: Osteopathen behandeln nicht einzelne Krankheiten und Beschwerden, sondern immer den Patienten in seiner Gesamtheit.

Dass Osteopathie trotzdem von den Krankenkassen als Leistung angeboten werden kann, belegen gegenwärtig über 90 gesetzliche Krankenkassen, die bundesweit Osteopathie ihren Versicherten anteilig erstatten (siehe Kassenliste des bvo).

Voraussetzung für diese anteilige Erstattung sollte allerdings eine qualifizierte osteopathische Ausbildung sein, wie sie Mitglieder des BVO besitzen.

Gemäß den Vorgaben der WHO sollte diese ca. 1000 Stunden bzw. 1.350 Unterrichtseinheiten umfassen (siehe Benchmarks for Training in Osteopathy, Kapitel 2.4 Adaptation of Type I to Type II programmes, S. 10) und nicht nur 700 Stunden, wie sie von den nichtosteopathischen Gesellschaften IFK und DGMM gefordert werden. 

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