
Das osteopathische Zitat |
| „Ich nehme nicht für mich in Anspruch, Autor der Wissenschaft Osteopathie zu sein. Keine menschliche Hand hat ihre Gesetze geformt; ich erwarte keine größere Ehre als die des Entdeckers.“ |
| A. T. Still. Autobiographie. Aus: Das große Still-Kompendium. Pähl: Jolandos; 2005: I-140 |
Für die kommende Märzausgabe der Zeitschrift Osteopathische Medizin wurde das DROM um eine Stellungnahme zum BÄK-Gutachten gebeten.
Aus Sicht des DROM macht das Gutachten letztlich eines deutlich: Osteopathen können keinen eigenständigen Beruf fordern, solange sie nicht ein eigenes Berufsbild formuliert haben.
Deshalb lädt das DROM alle osteopathischen Gesellschaften dazu ein, gemeinsam ein solches Berufsbild zu definieren. Das DROM hat den Entwurf eines Berufsbildes als Diskussionsgrundlage ausgearbeitet und an alle BAO-Mitglieder verschickt. Nicht-BAO-Mitglieder, die der Einladung des DROM folgen und an der Definition eines gemeinsamen Berufsbildes mitwirken wollen, können das DROM jederzeit kontaktieren.
Im Folgenden die Stellungnahme des DROM zum BÄK-Gutachten aus der Zeitschrift Osteopathische Medizin vom 15.03.2010:
Freuen wir uns, dass die Bundesärztekammer als Spitzenorganisation der Ärzte sich endlich offiziell der Osteopathie stellt und mit ihrer „Wissenschaftlichen Bewertung osteopathischer Verfahren“ sehr ausführlich und teils fundiert auf deren verschiedene Aspekte eingeht.
Positiv ist zu werten, dass aufgrund der notwendigen Differentialdiagnostik für die Ausübung der Osteopathie ein Heilberuf gefordert wird. Das DROM fordert das Recht zur Ausübung der Differentialdiagnostik auch für den nichtärztlichen Osteopathen, damit auch dieser im First Access Patienten behandeln kann. Das setzt eine hoch qualifizierte, bundesweit einheitliche Fortbildung voraus, so wie sie weitestgehend das Curriculum der BAO regelt.
Selbstverständlich muss einiges aus der „Wissenschaftlichen Bewertung“ kritisch hinterfragt werden: Wie wissenschaftlich ist die vorgelegte Bewertung tatsächlich? Warum bleiben in der Bewertung die schriftlichen Stellungnahmen der ärztlichen und nichtärztlichen osteopathischen Gesellschaften weitestgehend unberücksichtigt? Wie fundiert ist die Behauptung, die Osteopathie sei der Manuellen Medizin zuzuordnen, wenn als Beleg dafür die Aussagen manualmedizinischer Gesellschaften aufgeführt werden?
Die Weigerung Osteopathie beim Namen zu nennen und stattdessen lieber von osteopathischen Verfahren zu sprechen, macht letztlich eines deutlich: Wir Osteopathen haben es bisher versäumt ein eigenes Berufsbild in Deutschland zu definieren. Lasst uns das gemeinsam nachholen. Dazu will das DROM alle osteopathischen Gesellschaften herzlich einladen.
Dr. med. Bernhard Hartwig, DO, Osteopath-BAO
1. Vorsitzender Deutsches Register Osteopathischer Medizin, DROM e.V.

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